Rezension: Gail Giles - Der erste Tod der Cass McBride

1.2.11

Titel: Der erste Tod der Cass McBride
Originaltitel: What happened to Cass McBride
Autorin: Gail Giles
Genre: Jugendbuch (ab 15 Jahren)
Verlag: Thienemann (Januar 2011)
ISBN:
978-3-522-20126-1
Gebunden, 240 Seiten
Preis: 13,90 €
Leseprobe
Website zum Buch

Kurzbeschreibung:
Die Verehrer stehen Schlange, aber Cass ist wählerisch, nutzt ihre Chancen zielstrebig. Das weiß auch David, ein Junge, den man gerne übersieht. Trotzdem bittet er sie um ein Date. Doch sie lehnt ab - und macht sich über ihn lustig. Am nächsten Tag ist David tot. Und für seinen älteren Bruder Kyle steht fest: Cass ist schuld.
Er sperrt sie in eine Kiste, vergräbt diese unter der Erde. Ihre einzige Verbindung ist ein Walkie-Talkie. Zögernd beginnen beide zu reden...

Zur Autorin:
Gail Giles, die ehemalige High-School-Lehrerin, hat bereits mehrere preisgekrönte Jugendromane zu brisanten, stets unter die Haut gehenden Themen veröffentlicht. In den USA gilt sie als die "Queen of Thrillers for Young Adults" (Publisher's Weekly). Ihre unblutigen, subtil erzählten Plots leben von dem Talent der Autorin, das Dunkle in uns ans Licht zu holen und gekonnt mit unseren Ängsten und Fantasien zu spielen. Die Bücher von Gail Giles erscheinen in Australien, Dänemark, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden und den USA.

Ich musste an etwas anderes denken. Cass McBride ist nicht hilflos. Sie nimmt die Dinge in die Hand. Sie ist ein Gewinner. Es ist an der Zeit, auszublenden, wo ich gerade bin. Schieb es weg. Plane die Strategie. Visiere dein Ziel an. Starte den Feldzug. (Seite 80)

Rezension:
Die 17-jährige Cass McBride ist die High School Queen überhaupt: Hübsch, intelligent und bei allen beliebt, bekommt sie immer genau das, was sie will. Doch eines Tages geht sie einen Schritt zu weit: Als sie ihr Mitschüler David, ein schüchterner und unscheinbarer Junge, um ein Date bittet, lehnt Cass ab und macht sich auf einem von ihr geschriebenen Notizzettel an ihre Freundin Erica über ihn lustig. Doch David entdeckt diesen Zettel. Er kann diese Demütigung nicht ertragen und erhängt sich.

Sein älterer Bruder Kyle schwört daraufhin Rache an Cass, entführt sie und sperrt sie in eine Kiste unter der Erde. Denn Cass ist für ihn die Mörderin von David, auch wenn er ihn selbst ermutigt hatte, sie anzusprechen. Cass und Kyle sind mit einem Walkie-Talkie miteinander verbunden und beide fangen an, ihre Geschichte zu erzählen...

"Der erste Tod der Cass McBride" ist mit seinen 240 Seiten wunderbar an einem Nachmittag zu lesen. Die Geschichte regt sehr zum Nachdenken an, es geht um Manipulation, Ängste und Unterdrückung durch die eigenen Eltern, Themen, die eindeutig nachhallen. Die Erzählung selbst wird aus ständig wechselnden Perspektiven wiedergegeben: Von Kyle, der auf der Polizeistation seine Aussage zur Entführung von Cass macht, von Cass selbst, die von ihren Gefühlen und Ängsten in der engen Kiste berichtet und von Ben, dem Polizisten, dem man bei der Ermittlungsarbeit über die Schultern schaut.

Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz gehalten und durch die oben genannten Perspektivwechsel entsteht eine sehr große Spannung, die Gail Giles bis zum Ende, das nicht als Happy End bezeichnet werden kann, halten kann. Täter- und Opferrolle verschwimmen zusehends und Cass und Kyle taten mir zum Ende hin beide auf ihre Art und Weise leid. Denn obwohl Cass ein Leben ohne jegliche Sorgen oder Nöte führt, bevor sie von Kyle entführt wurde, ist dies nur mehr Schein als Sein, denn ihre Gefühlswelt blieb dabei auf der Strecke.

"Der erste Tod der Cass McBride" ist ein absolut bemerkenswerter Jugendthriller, der auch für erwachsene Leser interessant ist. Der Roman zeigt anschaulich, was passieren kann, wenn die eigenen Gefühle zu oft verletzt werden und verdeutlicht in Rückblicken, die auf den ersten Blick nebensächlich erscheinen, sich dann aber zu einem stimmigen Ende schließen, warum Cass und Kyle zu dem wurden, was sie sind: Täter und auch Opfer in einer Person.

Zur Gestaltung des Buchs: Ein sehr handliches Format ist dem Verlag hierbei gelungen. Das Cover an sich ist ein wahrer Augenschmaus: In dunklen Erdtönen gehalten befindet sich in der Mitte des Schutzumschlags eine gezackte Ausstanzung, durch die man den Buchtitel, der direkt auf die Buchklappe in schwarzer Schrift gedruckt wurde, sehen kann. Unten links ist ein Notizzettel abgebildet, der eine wichtige Rolle im Buch spielt.

Fazit: Absolutes Lese-Muss! "Der erste Tod der Cass McBride" garantiert Spannung und verstört bis auf die letzte Seite, geeignet für Leser ab 15 Jahren.

Wertung: 5 von 5 Punkten

“post

1 Kommentare

Beliebte Beiträge