Rezension: Dia Reeves - Bleeding Violet

10.2.11

Titel: Bleeding Violet - Niemals war Wahnsinn so verführerisch
Originaltitel: Bleeding Violet
Reihe: Portero # 1
Autorin: Dia Reeves
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: Baumhaus (Januar 2011)
ISBN:
978-3-8339-3845-0
Gebunden, 381 Seiten
Preis: 14,99 €
Leseprobe

Kurzbeschreibung:
Nach dem Tod ihres Vaters trampt die 16-jährige Hanna in die texanische Kleinstadt Portero. Sie will zu ihrer Mutter, die sie gar nicht kennt. Doch ein herzlicher Empfang ist es nicht, der sie dort erwartet, und auch das Städtchen ist keineswegs so idyllisch und harmlos wie es zunächst scheint – hier hört nicht nur Hanna Stimmen! Und dann stellen der attraktive Wyatt und unheimliche Ereignisse sogar ihre abgedrehte Welt auf den Kopf...

Zur Autorin:
Dia Reeves ist Bibliothekarin und lebt bei Dallas im Bundesstaat Texas. Ihre eigene Famiiengeschichte hat sie nicht unwesentlich zum Schreiben inspiriert. "Bleeding Violet" ist ihr erster Roman.

Ich hatte zwar keine Axt mehr, aber ich hatte eingebautes Werkzeug - meine Hände mit ihren wunderbaren beweglichen Daumen, die sich perfekt dazu eigneten, alles zu greifen und zerreißen, was pulsierte. Tief im Inneren der Königin erwachte in mir die kindliche Zerstörungswut wieder. Die Organe der Königin waren ein wunderbarer Ersatz für die Lego-Raumstation oder das Barbie-Traumhaus. (Seite 166)

Rezension:
Die 16-jährige Hanna Järvinen ist manisch-depressiv. Seit dem Tod ihres Vaters lebt sie bei ihrer Tante Ulla, die sie in eine Psychiatrie einweisen lassen will. Doch da spielt Hanna nicht mit. Sie schlägt ihrer Tante ein Nudelholz über den Kopf und flüchtet zu ihrer Mutter Rosalee, die in dem kleinen Städtchen Portero in Texas lebt und die Familie kurz nach Hannas Geburt verlassen hat. Doch diese ist wenig begeistert, als ihre Tochter vor der Tür steht, denn Portero ist alles andere als eine kleine verträumte Stadt. Und auch Hanna hat ihre eigenen Probleme. Denn seit dem Tod des Vaters erscheint er ihr als Geist und redet mit ihr und wenn sie ihre verschriebenen Medikamente nicht nimmt, geraten so manche Dinge leicht außer Kontrolle.

Rosalee gibt ihrer Tochter eine Frist von zwei Wochen, um sich einzugewöhnen und hofft inständig, dass sich Hanna entscheidet, zu Ulla zurückzukehren. Doch Hanna denkt gar nicht daran. Schnell schließt sie Freundschaft mit Wyatt, einem Mitglied der Mortmaine. Die Mortmaine sind Jäger, die diverse auftauchende Dämone, die sich durch unsichtbare Türen Zugang verschaffen, die in ganz Portero verteilt sind, aufspüren und töten.

Hanna will ihre Mutter beeindrucken, um bei ihr bleiben zu können und so schließt sie sich Wyatt und den Mortmaines an. Doch nicht nur die Dämonen machen Hanna Probleme, auch Rosalee scheint nicht die zu sein, die sie vorgibt...

Zu "Bleeding Violet" fallen mir auf Anhieb zwei Schlagworte ein: absurd und skurril. Man könnte das Buch auch als eine Art Alice im Wunderland im Drogenrausch beschreiben, denn was Dia Reeves hier niedergeschrieben hat sucht seinesgleichen. Hanna als Protagonistin ist eine sehr spannende Figur, denn durch ihre manisch-depressive Krankheit weiß der Leser oftmals nicht, ob die Dinge, die sie beschreibt auch wirklich geschehen oder sich das alles nur in ihrem Kopf abspielt.

Doch bei aller vorkommender Absurdität werden auch die typischen Teenagerprobleme nicht vergessen: Hannas Verliebtheit in Wyatt und die sehr komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Hanna und Rosalee. Schwierig einzuordnen ist das Genre dieses Buchs: Es wird als Jugendbuch eingestuft, da die Protagonisten Teenager sind, aber durch die vielen (auch recht blutigen und eklig geschilderten) Kämpfe gegen Dämonen könnte man es auch im Bereich Horror oder Splatter einreihen.

Dia Reeves ist mit "Bleeding Violet" ein außergewöhnliches Buch gelungen, das ich interessierten Lesern weiterempfehlen möchte. Wer allerdings nichts mit einer Mischung aus Absurdem und fröhlichem Gemetzel anfangen kann, sollte besser die Finger von diesem Roman lassen, denn man muss sich definitiv auf Hannas abgefahrene Welt einlassen können. Mir selbst hat der Ausflug nach Portero gut gefallen und ich bin auf Dia Reeves' nächstes Buch mehr als gespannt. Dieses heißt "Slice of Cherry", ist Anfang Januar im Original erschienen und spielt wieder in der seltsamen Stadt Portero, diesmal sind die Protagonisten Kit und Fancy Cordelle, die Töchter des legendären "Bonesaw Killers". Ich schätze, dieses Buch wird erneut sehr interessant werden...

Zur Gestaltung des Buchs: Ein sehr gelungenes Cover! Das Hauptaugenmerk wurde auf die Farben Violett und Lila gelegt, sehr passend zum Buch, da Farben eine recht große Rolle in der Geschichte spielen.

Fazit: Ich empfehle "Bleeding Violet" an interessierte Leser, die gerne einmal in eine verrückte, absurde, skurrile und originelle Welt eintauchen möchten und sich auch nicht von einigen fröhlichen Gemetzeln abschrecken lassen.

Wertung: 4 von 5 Punkten

Cover vs. Cover:

















Links das deutsche Cover, rechts das Cover vom Verlag Simon Pulse: Obwohl das Cover beim deutschen Buch fast 1:1 übernommen wurde, gefällt mir das Original doch mehr. Die Farben sind etwas kräftiger und die Schriftarten von Buchtitel und Autorenname sind meiner Meinung nach besser gewählt. Welches Cover gefällt euch denn besser?

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