Rezension: Georg Haderer - Ohnmachtspiele

4.1.11

Titel: Ohnmachtspiele
Autor: Georg Haderer
Reihe: Polizeimajor Schäfer #2
Genre: Krimi
Verlag: Haymon (August 2010)
ISBN:
978-3-85218-630-6
Gebunden, 320 Seiten
Preis: 19,90 €
Leseprobe
(vielen Dank für die Bereitstellung an den Haymon-Verlag)

Kurzbeschreibung:
Nebel, Kälte, Innenpolitik...
als ob Major Schäfer nicht schon genug mit seinen Depressionen und Angstzuständen zu kämpfen hätte, treten ihm auch noch der Wiener November und ein reformwütiger Innenminister in die Rippen. Wie soll Schäfer unter diesen Bedingungen arbeiten - zumal in der Gerichtsmedizin neben zwei ertrunkenen Frauen auch noch die mumifizierte Leiche eines Drogensüchtigen liegt. Unfall, Unfall, Überdosis, so soll es in den Ermittlungsakten stehen, wenn es nach dem Polizeipräsidenten geht - nur keine überflüssigen Ermittlungen.
Doch dass nicht nur mit dem toten Junkie etwas faul ist, steht für den sturen Schäfer fest. Bei seinen Untersuchungen entdeckt er Zusammenhänge, die auf einen Serientäter schließen lassen, der sich seine Opfer nach dem Schema eines Kartenspiels aussucht. Mit seiner Theorie steht Schäfer innerhalb der Polizei weitgehend alleine da - was ihn aber nicht daran hindert, mit seinen Ermittlungen in die Offensive zu gehen...
Zum Autor:
Georg Haderer, geboren 1973 in Kitzbühel/Tirol, lebt in Wien. Nach einem abgebrochenen Studium und einer vollendeten Schuhmacherlehre arbeitete er als Journalist, Barmann, Landschaftsgärtner, Skilehrer und Werbetexter. "Schäfers Qualen", sein Debüt und zugleich erster Teil der Reihe rund um Polizeimajor Schäfer, erschien 2009 bei Haymon.
Der Park begann im Dunkel zu versinken. Unwahrscheinlich, dass um diese Uhrzeit noch jemand vorbeikam. Der noch dazu misstrauisch werden und die Polizei informieren würde, anstatt einen weiten Bogen um die zwei Männer zu machen. Warum hatte er niemanden über sein Vorhaben informiert? Wie dumm konnte man sein? (Seite 282)
Rezension:
Major Johannes Schäfer hat es nicht leicht. Ihn quälen Depressionen und er besucht zur Aufarbeitung einen Therapeuten. Doch plötzlich geraten diese ins Hintertreffen, denn die Wasserleiche einer jungen Frau gibt Schäfer und seinen Kollegen Rätsel auf. Doch nicht nur dieser Fall muss gelöst werden, auch machen ihm weitere Morde, zum Beispiel wurde eine Frau ertrunken in ihrer Badewanne gefunden und ein toter Junkie, der bereits mumifiziert im Wald gefunden wird, Kopfzerbrechen.
Doch sind dies wirklich Morde oder doch Unfälle? Schäfer ermittelt mit seinen Kollegen in alle Richtungen und entdeckt gewisse Parallelen zu einem Kartenspiel. Ist wirklich ein Serienmörder in der Stadt Wien unterwegs?
"Ohnmachtspiele" von Georg Haderer zeigt deutlich, dass auch sogenannte Regionalkrimis ihren Reiz haben. Major Johannes Schäfer, der Protagonist des Romans, ist nicht der "gelackte" und unfehlbare Ermittler, wie man sie leider nur zu oft aus Büchern des Genres Krimi/Thriller kennt, sondern ein wahrer Sturkopf, der gerne auf eigene Faust ermittelt und sich von seinen Vorgesetzten nicht reinreden lässt. Auch hat er einen ganz eigenen trockenen Humor, der immer wieder in verschiedenen Szenen mit seinen Kollegen aufblitzt.
Auch wenn man als Leser nicht sehr viel über die Person Schäfer selbst erfährt, wie z.B. sein Aussehen, genaueres Alter usw., kann man doch einen sehr guten Einblick in seine Psyche und sein Gedankenleben bekommen. Die Ermittlungen der Mordkommission sind detailreich und anschaulich geschildert.
Wer allerdings einen Roman erwartet, in dem viel Blut fließt, der wird hier enttäuscht werden. Vielmehr glänzt "Ohnmachtspiele" durch seine Vielschichtigkeit, jede Menge Nebenpersonen und auch falsche Fährten, die gelegt werden, um den Leser bei der Lösung des Falles in die ein oder andere Irre zu führen. Die Spannung bleibt da aber leider dann doch etwas auf der Strecke. Trotzdem hat mir der Krimi gut gefallen, was Hauptverdienst des für mich sehr sympathischen Majors Schäfer ist.

Es gibt bereits einen ersten Band rund um Major Johannes Schäfer mit dem Titel "Schäfers Qualen", ebenfalls im Haymon-Verlag erschienen, der aber nicht unbedingt zum Verständnis des vorliegenden zweiten Bandes gelesen werden muss, was ich als sehr positiv empfinde.
Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover zeigt einen See im Hintergrund, im Vordergrund ein steiniges Ufer, an dem eine rote Gummiente angeschwemmt ist (die auch im Roman vorkommt).
Fazit: "Ohnmachtspiele" ist ein solider Regionalkrimi mit einem Ermittler mit Ecken und Kanten, der sich nichts vorschreiben lässt. Für Leser dieses Genres empfehlenswert!
Wertung: 4 von 5 Punkten
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