Rezension: Bastian Zach/Matthias Bauer - Morbus Dei. Die Ankunft

20.1.11

Titel: Morbus Dei. Die Ankunft
Autoren: Bastian Zach/Matthias Bauer
Reihe: Morbus Dei #1
Genre: Historischer Roman
Verlag: Haymon (Juli 2010)
ISBN:
978-3-85218-846-1
Broschiert, 296 Seiten
Preis: 9,95 €
Leseprobe

Kurzbeschreibung:
Ein einsames Bergdorf vor 300 Jahren: Von einem Schneesturm überrascht, verschlägt es den Deserteur Johann List in diese abgeschiedene, von Furcht und Aberglaube beherrschte Gegend. Schnell ist ihm klar, dass mit dem Dorf etwas nicht stimmt, dass ein düsterer Schatten über den Bewohnern liegt - Tiere werden getötet, Menschen verschwinden, vermummte Gestalten lauern in den finsteren Wäldern.
Als Johann sich in die Tochter eines Bauern verliebt, beschließt er, mit ihr das Dorf zu verlassen. Doch noch bevor sie verschwinden können, eskaliert die Situation und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt...

Zu den Autoren:
Bastian Zach, geboren 1973 in Leoben. Grafik-Designer, seit 2007 Schnitt- und Synchronregisseur.
Matthias Bauer, geboren 1973 in Lienz. Studium der Geschichte und Volkskunde in Innsbruck, Tätigkeiten im Verlags- und Ausstellungsbereich sowie in der Erwachsenenbildung.
"Morbus Dei. Die Ankunft" ist der erste Roman der Autoren, die zuvor gemeinsam mehrere preisgekrönte Filme, u.a. den Spielfilm "3 Zimmer. Küche. Tod." (2006), produziert haben.

Die beiden Personen vor ihm hielten inne. Dann wandten sie sich langsam in seine Richtung. Johann glitt lautlos einen Schritt zurück, drehte sich um und lief, so schnell er konnte, durch die Gänge zurück. Panik übermannte ihn, er dachte an nichts, nur an Flucht, erreichte wieder den großen Raum, hastete die Steinstufen hinauf, immer höher, bis er die Öffnung über sich sah. (Seiten 173/174)

Rezension:
Die Geschichte in "Morbus Dei. Die Ankunft" spielt im Jahre 1703 in Tirol. Der Protagonist Johann List schleppt sich, nachdem ihn ein Bauer schwer verwundet hat, mit allerletzter Kraft in ein kleines abgeschiedenes Dorf. Er wird von der Bauersfamilie Karrer aufgenommen, Großvater Martin und seine Enkelin Elisabeth pflegen ihn gesund. Als Johann wieder bei Kräften ist, verdingt er sich als Knecht bei Elisabeths Vater Jakob, einem herrischen und tyrannischen Mann.

Doch schon bald merkt Johann, dass es in dem kleinen Dorf nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Die Leute machen merkwürdige Andeutungen über die Anderen, die im abgeschiedenen Wald hausen und vor denen alle Bewohner Angst haben. Doch wer sind die Anderen? Johann will dies unbedingt herausfinden und ihm wird klar, dass der Pfarrer Kajetan Bichter mehr weiß, als er bereit ist preiszugeben...

"Morbus Dei. Die Ankunft" ist ein außergewöhnliches Buch, denn es lässt sich recht schwer in ein Genre einordnen. Es besteht nicht nur aus einem historischen Anteil sondern es werden auch mystische und spannende Elemente eingebaut. Trotzdem würde ich es als historischen Roman ansehen, da es im Jahre 1703 spielt. Anfangs bekommt der Leser eine gute Einführung in das Dorfleben, in das Johann hinein gerät. Alle Charaktere sind sehr plastisch beschrieben, allen voran Jakob Karrer, der Vater von Elisabeth, und wohl die unsympathischste Figur des ganzen Buches.

An der Charakterdarstellung und auch der Beschreibungen allgemeiner Natur ist deutlich zu merken, dass die beiden Autoren Erfahrungen im Bereich Film haben. Denn man fühlt sich beim Lesen wirklich, als würde ein Film ablaufen, so detailliert und authentisch werden die Dorfbewohner in ihrer Angst und ihrem Aberglaube und auch ihre Lebensumgebung, das Dorf und der unheimliche Wald, geschildert.

Die Spannung baut sich langsam auf, man kann als Leser nur ahnen, vor was die Bewohner sich fürchten, und steigert sich kontinuierlich bis zum Schluss. Gut gelungen ist auch die Vorgeschichte von Johann, die er selbst erzählt und in der der Leser erfährt, warum er desertiert ist und welche Gründe ihn dazu bewogen haben. Der Epilog, der mich beim Lesen sehr überrascht hat, rundet dieses Buch perfekt ab und es ist zu hoffen, dass die angedachte Fortsetzung auch wirklich umgesetzt wird!

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist sehr dunkel gehalten und wirkt mysteriös: Man sieht einen Mann, sein Gesicht verdeckt durch eine Kapuze, der ein Buch mit einem geheimnisvollen Zeichen in den Händen hält. Dieses Zeichen wurde auch nochmals etwas größer in Spotlackoptik abgedruckt und hat auch eine Bedeutung im Roman selbst.

Fazit: Ein mystischer und teils gruseliger historischer Roman, der einlädt, mit Johann auf die Suche nach den Anderen zu gehen - und der hoffentlich fortgesetzt werden wird.

Wertung: 5 von 5 Punkten

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