Rezension: Malinda Lo - Ash

8.12.10

Titel: Ash
Originaltitel: Ash
Autorin: Malinda Lo
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: PAN (November 2010)
ISBN:
978-3-426-28344-8
Gebunden, 272 Seiten
Preis: 12,99 €
Leseprobe
(vielen Dank für die Bereitstellung an den PAN-Verlag)

Kurzbeschreibung:
Was darf sich ein Mädchen vom Leben wünschen? Diese Frage stellt sich Ash immer wieder. Seit ihre Eltern gestorben sind und ihre bösartige Stiefmutter sie wie eine Sklavin behandelt, scheint es nichts zu geben, was sie noch glücklich machen könnte. Zwar lernt sie den betörend schönen Sidhean aus dem Feenvolk kennen - aber ist es wirklich Liebe, die sie für ihn empfindet? Und was ist mit dem Königssohn, für den ihre Schwestern sich begeistern - ist der Platz an seiner Seite alles, von dem Ash träumen sollte?
Dann begegnet Ash einem ganz besonderen Menschen: Kaisa ist die Jägerin des Königs, eine Frau, die mutig ihre eigenen Wege geht und nur die Regeln befolgt, die sie selbst macht. Und auf einmal beginnt die schüchterne Ash zu ahnen, dass auch sie mehr sein kann als die folgsame Frau an der Seite eines Mannes...

Zur Autorin:
Malinda Lo wurde in China geboren, wuchs in Amerika auf und lebte in Boston, New York, London, Beijing, Los Angeles und San Francisco; inzwischen hat sie sich mit ihrer Partnerin im nördlichen Kalifornien niedergelassen. Malinda Lo war zwölf Jahre alt, als sie ihr erstes Gedicht an eine Zeitschrift verkaufte. Sie studierte am Wellesley College, in Harvard und Stanford und arbeitet als Journalistin. Ash ist ihr erster Roman.

"Ich dulde nicht, dass du so mit mir sprichst. Lieber lasse ich dich dort unten verhungern", keifte sie, bevor sie die Tür abschloss. Ash hörte, wie sich der Schlüssel im Schloss drehte und der gut geölte Zylinder einrastete. Dann knallte ihre Stiefmutter die Küchentür zu, und ihre Schritte verklangen, bis endlich Stille herrschte. (Seite 232)

Rezension:
Aisling, genannt Ash, wird schon früh zur Halbwaise. Ihre Mutter, die sich mit Pflanzenheilkunde beschäftigt und an alte überlieferte Geschichten von Feen geglaubt hat, stirbt plötzlich und unerwartet. Ash bleibt allein mit ihrem Vater, doch dieser kommt von einer geschäftlichen Reise mit einer neuen Frau und zwei Stiefschwestern nach Hause zurück.

Doch bald darauf stirbt auch Ashs Vater und sie ist nun ihrer Stiefmutter und den beiden Schwestern ausgeliefert. Sie behandeln sie wie eine Dienstbotin und Ash muss mit ihnen in ihren alten Wohnsitz in einer anderen Stadt, weitab von ihrem Zuhause, ziehen und sich dort als Magd verdingen.

Um ihre Sorgen zu vergessen, geht Ash fast jede Nacht in den Wald. Dort lernt sie Sidhean, einen Feenmann, kennen. Zuerst entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen den beiden und Sidhean erfüllt einige Herzenswünsche Ashs, mit denen er sie an sich bindet. Er möchte damit bezwecken, dass sie eine ewige Beziehung mit ihm eingeht. Doch Ash lernt eines Tages Kaisa, die Jägerin des Königs kennen, und diese weckt ungeahnte Gefühle in ihr...

Mit "Ash", ihrem Erstlingswerk, ist Malinda Lo eine alternative Neuadaption des "Aschenputtel"-Themas gelungen. Es bestehen zwar sehr viele Parallelen und Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden Geschichten, doch werden auch neue Wege eingeschlagen. Leider bleiben aber die gesamten Charaktere etwas farblos zurück, man nimmt ihnen als Leser ihre einzelnen Gefühlslagen nicht wirklich richtig ab oder fühlt sich davon überzeugt.

Einige Handlungsweisen von Ash als Hauptperson konnte ich nicht ganz nachvollziehen, vor allem lässt sie sich bis kurz vor Ende des Buches immer wieder von ihrer Stiefmutter und der Stiefschwester Ana gnadenlos drangsalieren ohne einen Mucks oder ein Widerwort. Erst später ändert sich ihr Verhalten. Auch die Beziehung zu Kaisa bleibt oberflächlich, es fehlt das gewisse Quentchen Gefühl, da hätte Malinda Lo ruhig etwas mehr davon einfließen lassen können.

Trotzdem ist "Ash" ein nettes, unterhaltsames Buch für zwischendurch und mit seinen 272 Seiten recht schnell zu lesen. Wer mit nicht allzu hohen Erwartungen in das Buch einsteigt, wird mit Sicherheit auch nicht enttäuscht werden. Malinda Lo arbeitet zurzeit an einem Prequel des Romans, der "Huntress" heißen wird und im April 2011 auf dem englischsprachigen Markt erscheinen soll. Dieser Roman spielt im Feenland Taninli, das in "Ash" bereits erwähnt wird, wird aber vollständig andere Hauptcharaktere haben.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist hauptsächlich in Schwarz/Weiß gehalten. Es zeigt eine Grasfläche, in dessen Mitte ein Mädchen liegt. Der Autorenname erscheint in Weiß, der Titel des Buches in Dunkelmagenta.

Fazit: "Ash" ist ein nettes, unterhaltsames Buch für zwischendurch, leider nicht mehr. Ich hoffe, Malinda Lo kann mit ihrem nächsten Roman mehr überzeugen.

Wertung: 3 von 5 Punkten

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6 Kommentare

  1. Begeisterung klingt anders *g*
    Verstehe ich das richtig, es geht hier um lesbische Liebe?

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  2. @Olga: *zwinker* ;) Ja, das hast du richtig verstanden. Diese wird aber nicht explizit in allen Details geschildert, sondern mehr angedeutet für die Zielgruppe entsprechend :)

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  3. Ich finde es interessant, dass das Buch sich in dieser Richtung vom Mainstream abweicht. Aber wenn die Handlung sonst nicht stimmt, rettet das auch nichts. Schade eigentlich. Aus neugierde gefragt: Liest du gern über die gleichgeschlechtrige Liebe?

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  4. @Olga: Da stimme ich dir zu, weil es ja eigentlich eine Aschenputtel-Adaption ist, hätte das ein wirklich interessanter abweichender Aspekt des ganzen werden können.
    Hm...die Frage kann ich jetzt eigentlich gar nicht recht beantworten: Ich habe direkt über dieses Thema noch gar nichts gelesen, aber wenn es gut geschildert ist, also nicht zu platt (ich denke, du weißt, wie ich's meine), dann habe ich da mit Sicherheit kein Problem mit :)

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  5. Ich frage, weil ich vor einigen Jahren das wunderschöne Buch "Schwarze Seide" gelesen habe, wo es um eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen geht. Es war toll, wie die Autorin diese Geschichte aufbereitet hat und das Buch hat mich in seinen Bann gezogen. Und trotzdem habe ich mir bis zuletzt gewünscht, dass die Protagonistin einer "Dreier-Beziehung" zustimmt, weil es noch einen Mann gab, denn ich da ganz klasse fand. Ich glaube, es fällt mir wirklich nicht leicht, sich gefühlsmäßig in die gleichgeschlechtrige Liebe hineinzuversetzen. Auch wenn ich mit meinem Verstand die Entscheidung der Protagonistin, ihrer wahren Liebe (zu einer Frau) treu zu bleiben, absolut verstehen (und unbedingt befürworten) kann. Mich hat das sehr zum Nachdenken gebracht und ich bin froh, dass ich jetzt mehr über die gleichgeschlechtrige Liebe erfahren kann, weil ich inzwischen einige Freunde habe, die in der gleichgeschlechtrigen Beziehung leben.

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  6. Schade, dass du es nicht so toll fandest, bei deiner Meinung weiß ich nicht mehr so recht, ob ich mich darauf freuen soll. Mal gucken, ich lasse es auf mich zukommen :)

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