Rezension: Kelley Armstrong - Die dunklen Mächte: Schattenstunde

2.11.10

Titel: Die dunklen Mächte: Schattenstunde
Originaltitel: Darkest Powers: The Summoning
Reihe: Die dunklen Mächte # 1
Autorin: Kelley Armstrong
Genre: Jugendbuch (ab 13 Jahren)
Verlag: PAN (Oktober 2010)
ISBN:
978-3-426-28341-7
Gebunden, 416 Seiten
Preis: 14,99 €
Leseprobe
(vielen Dank für die Bereitstellung an den PAN-Verlag)

Kurzbeschreibung:
Chloe schreit panisch auf: Sieht denn niemand außer ihr den verbrannten Mann, der durch die Schulflure rennt und mit seinen verschmorten Fingern nach ihr greift? Für Chloes Lehrer, ihre Mitschüler und ihre Familie steht schnell fest: Chloe ist durchgeknallt und braucht dringend professionelle Hilfe! So wird sie kurzerhand nach Lyle House, einem Heim für verhaltensauffällige Jugendliche, gebracht. Dort hat Chloe immer häufiger "Visionen" von Toten. Die Ärzte erklären ihr, dass sie krank sei.
Aber sie sagen ihr nicht die Wahrheit, und Chloe muss feststellen, dass sie tatsächlich Geister sehen, ja sogar mit ihnen Kontakt aufnehmen kann - und die Geister mit ihr. Auch die anderen Jugendlichen in Lyle House sind keinesfalls so verrückt, wie man ihnen einreden will - auch sie scheinen übersinnliche Fähigkeiten zu haben. Mit den Brüdern Simon und Derek begibt sich Chloe auf die Suche nach dem Geheimnis von Lyle House - und bald befinden sie sich in höchster Gefahr...

Zur Autorin:
Kelley Armstrong hat sich schon Geschichten ausgedacht, bevor sie überhaupt schreiben konnte. Und wenn sie Geschichten über Mädchen und Puppen erzählte, waren die Mädchen zwangsläufig untot und die Puppen böse - sehr zum Unmut ihrer Lehrer! In ihrem Haus in Ontario, wo sie mit ihrem Mann, ihren Kindern und unzähligen Haustieren lebt, verfasst sie auch heute noch am liebsten Romane über Geister, Dämonen und Werwölfe.

Ein Windstoß erfasste mich, so kalt, dass mir die Augen zu tränen begannen. Ich rieb mir die eisige Nasenspitze, während der Wind in den Bäumen stöhnte. Dann erstarb er wieder. Aber das Stöhnen blieb. Ein langgezogenes leises Geräusch, bei dem sich mir die Härchen im Nacken aufstellten. (Seite 348)

Rezension:
Die 15jährige Chloe Saunders traut ihren Augen kaum: Sie wird in der Schule von einem untoten Hausmeister verfolgt. Vor lauter Panik schlägt sie um sich, die Lehrer können sie kaum beruhigen. Wegen dieses Vorfalls und auch länger zurückliegenden Geschehnissen wird Chloe ins Lyle House gebracht, einem Heim für verhaltensauffällige Jugendliche, und die Diagnose steht schnell fest: Chloe leidet an Schizophrenie.

Doch ist das wirklich der Fall? Chloe kann dem nicht so richtig Glauben schenken und freut sich, dass sie dort für nur zwei Wochen untergebracht werden soll. Doch schnell merkt sie, dass sie und auch die anderen Mitbewohner, die auch gewisse übernatürliche Fähigkeiten besitzen, nicht rein zufällig in Lyle House gelandet sind. Chloe versucht zu akzeptieren, mit ihrer Gabe zu leben und plant mit den Brüdern Simon und Derek das Geheimnis um Lyle House zu lüften...

"Schattenstunde" wird aus der Ich-Perspektive von Chloe erzählt. Man kann sich somit als Leser recht gut in ihre Gefühlswelt hineinversetzen, man versteht ihre Verwirrung und auch ihre Angst ob ihrer neu entdeckten Gabe, mit Toten in Kontakt treten und mit ihnen reden zu können. Auch die Mitbewohner in Lyle House haben allesamt interessante Eigenschaften: Derek ist ein Einzelgänger, der sich mit den anderen nicht viel abgibt, sein Bruder Simon eine Art Mädchenschwarm und Tori, die ihre Probleme mit affektiertem Zickigsein überspielt.

Der Aufenthalt von Chloe in Lyle House ist recht düster erzählt. Das Haus selbst könnte man sich anhand der Beschreibungen als eine Art Spukschloss vorstellen, das seine eigenen Geheimnisse birgt und nicht jedem preisgibt, genauso wie die Belegschaft. So bleibt die ganze Zeit über eine gewisse subtile Spannung erhalten, was ich als sehr positiv empfinde.

Trotz allem gibt es ein Manko: "Schattenstunde" hört mit einem wirklich fiesen Cliffhanger quasi mitten in der Handlung auf, was mich sehr stört. Da bleibt dem Leser leider nichts anderes übrig, als auf den zweiten Teil "Seelennacht" zu warten, der am 1. Dezember erscheinen soll.

Zur Gestaltung des Buchs: Der Schutzumschlag wirkt recht geheimnisvoll. Er ist in sehr dunklen Blauschattierungen gehalten, man sieht das Gesicht eines Mädchens (Chloe) und am unteren Rand Lyle House. Autorenname und Buchtitel sind in Spotlackoptik hervorgehoben. Am Ende des Buches erwarten den Leser eine kurze Textprobe des nächsten Bandes "Seelennacht" und ein kurzes Interview mit der Autorin Kelley Armstrong.

Fazit: Jugendlichen aber auch erwachsenen Lesern, die gerne ein paar angenehme gruselige Stunden garniert mit ein wenig Mystik und Übernatürlichem verbringen möchten, kann ich ein "Empfehlenswert" aussprechen. Ich bin gespannt, wie es mit Chloe und dem Geheimnis um Lyle House weitergehen wird.

Wertung: 4 von 5 Punkten

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