Rezension: Helen Vreeswijk - Im Visier des Stalkers

15.11.10

Titel: Im Visier des Stalkers
Originaltitel: De Stalker
Autorin: Helen Vreeswijk
Genre: Jugendbuch (ab 13 Jahren)
Verlag: Loewe (September 2010)
ISBN:
978-3-7855-6641-1
Broschiert, 400 Seiten
Preis: 12,95 €
(vielen Dank für die Bereitstellung an den Loewe-Verlag)

Kurzbeschreibung:
"Vermisst du mich? Ich weiß, dass deine Eltern nicht zu Hause sind. Soll ich mal vorbeikommen?", flüstert die Stimme am Telefon. Erst glaubt Leonie, ein Mitschüler würde sich einen Scherz erlauben. Doch immer häufiger klingelt ihr Handy und immer heftiger bedroht sie der Fremde.
Rund um die Uhr scheint er sie zu beobachten, denn er weiß stets, wo sie ist. Die Angst macht Leonie krank, aber was soll sie tun? Mit ihren Eltern sprechen? Die haben schon genug Sorgen mit ihrer jüngeren Schwester. Ihr Freund rät ihr, den Stalker einfach zu ignorieren. Und Leonie hört auf ihn - bis der Unbekannte eines Tages droht, ihre Schwester umzubringen...

Zur Autorin:
Helen Vreeswijk arbeitete als Kriminalbeamtin und Fingerabdruckexpertin bei der niederländischen Kripo. Sie ermittelte in Fällen von Entführung, Erpressung, Mord und Zwangsprostitution. Ihre Bücher, in denen Verbrechen gegen und durch junge Erwachsene eine große Rolle spielen, hat Vreeswijk speziell für Jugendliche geschrieben. In den Niederlanden sind ihre Romane, die auf realen Fällen beruhen, Bestseller. Die Autorin ist verheiratet, hat zwei Töchter und wohnt in einem kleinen Dorf in der Nähe von Arnheim.

Nervös flog ihr Blick zu dem Rosenstrauch - zu dem Weiß hinter den grünen Blättern. Lex war noch da. Natürlich war er noch da. Lex würde sie nie im Stich lassen. Wieder sah sie zu dem Mann hinüber, doch er kam ihr nicht bekannt vor. Ihre Hand glitt in ihre Jackentasche und umklammerte die Tränengasdose. (Seiten 274/275)

Rezension:
Die 15-jährige Leonie Vanstraten, die an ihrer Schule sehr beliebt ist, einen großen Freundeskreis und den ersten festen Freund, Jeroen, hat, wird seit einiger Zeit von einem Stalker belästigt. Dieser ruft sie mehrmals am Tag an und weiß immer ganz genau, wo sie sich gerade aufhält und mit wem sie zusammen ist.

Leonie hält diese Anrufe lange Zeit vor ihren Eltern geheim, da ihr Freund ihr rät, ihn einfach zu ignorieren, dann würde der Stalker irgendwann die Lust verlieren und das Ganze aufhören. Anfangs hält sich Leonie auch an seinen Rat und vertraut sich nur ihrer besten Freundin Nancy an, doch diese nimmt die Sache sehr ernst und berichtet ihrer Mutter davon, die sich sofort mit Leonies Eltern in Verbindung setzt, die daraufhin die Polizei einschalten.

Doch der Stalker gibt nicht auf: Immer dreister, gemeiner und bedrohlicher werden seine Ideen, um Leonie in Angst und Schrecken zu versetzen. Es geht so weit, dass sie sich kaum noch alleine auf die Straße traut und ständig Kopfschmerzen hat. Dann verhält sich ein Mitschüler, der in Leonie verliebt war, sehr merkwürdig und verdächtig...Könnte das der Stalker sein und wenn ja, gelingt es der Polizei, ihn seiner Tat zu überführen?

"Im Visier des Stalkers" von Helen Vreeswijk beruht wie auch ihre anderen Romane auf einem wahren Fall, der sich so in den Niederlanden abgespielt hat. Die Geschichte wird aus der Sicht des neutralen Erzählers beschrieben und es werden, wie auch schon in ihrem Buch "Chatroom-Falle", einzelne, in kursiv gedruckte Abschnitte eingestreut, die das Verhalten und Denken des Stalkers wiedergeben, was die ganze Geschichte noch plastischer erscheinen lässt.

Es wird zwar meiner Meinung nach relativ schnell klar, wer der Stalker ist, da die handelnden Protagonisten und Nebenfiguren überschaubar gehalten sind, doch tut das der Spannung des Buches keinen Abbruch. Auch die Beweggründe des Stalkers werden sehr anschaulich und nachvollziehbar dargestellt. Ein fesselndes Jugendbuch, das aufzeigt, wie schnell man trotz aller vermeintlichen Beliebtheit Opfer durch Stalking werden kann.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover der Klappbroschur ist vornehmlich in Grüntönen gehalten, die man als Neonlicht auslegen kann, da ein Treppenhaus abgebildet ist. Das Augenmerk wird auf eine Tür gelenkt, sodass der Eindruck entsteht, jemand würde dort stehen und beobachten.

Fazit: Ich vergebe für "Im Visier des Stalkers" ein Empfehlenswert für Jugendliche ab 13 Jahren, denn Helen Vreeswijk schafft es auch mit diesem Buch sehr anschaulich darzustellen, wie Täter und Opfer fühlen.

Wertung: 4 von 5 Punkten

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1 Kommentare

  1. Ein total spannendes Buch!!! Genauso mitreisend und aufregend wie ihr Buch Chatroom-Falle. Das was einem am meisten beunruhigt ist, dass diese Geschichten auf einer wahren Begebenheit beruhen!!! Ein wenig unheimlich, zutiefst fesselnd und zum Weiterempfehlen!!!

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