Rezension: Reinhold Ziegler - GRID alive

22.10.10

Titel: GRID alive
Autor: Reinhold Ziegler
Genre: Jugendbuch (ab 13 Jahren)
Verlag: Ueberreuter (Juli 2010)
ISBN:
978-3-8000-5570-8
Gebunden, 272 Seiten
Preis: 12,95 €
(vielen Dank für die Bereitstellung an den Ueberreuter-Verlag)

Kurzbeschreibung:
Der hochbegabte Johannes, genannt Joker, und seine Clique planen ein kühnes Vorhaben. Im Grid, einem Verbund von Hochleistungsrechnern der Universität, wollen sie heimlich eine künstliche Intelligenz programmieren. Der Anfang klappt wunderbar, doch dann entwickelt sich GRID, das von Joker geschaffene Wesen, in eine Richtung, die niemand vorhersehen konnte. Gut, dass Joker seine Möchtegern-Freundin Ljusja zur Seite hat. Sie schafft es, ihm zu beweisen, dass man hochintelligent, aber zugleich dumm wie ein Stück Seife sein kann.

Zum Autor:
Reinhold Ziegler schreibt seit über 25 Jahren Bücher für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Ursprünglich war er Maschinenbau-Ingenieur und arbeitete auch einige Jahre in diesem Beruf, danach folgte eine Ausbildung zum Journalisten. Er wurde 1955 in Erlangen geboren, verlebte dort seine Kindheit und wohnte dann an verschiedenen Orten, u. a. in Karlsruhe, Berlin und in seinem Auto. Seit 1987 lebt er mit seiner Familie im Raum Aschaffenburg. Viele seiner Romane und Erzählungen wurden mit Preisen wie dem Hans-im-Glück-Preis und dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet.

Schwankend vor Müdigkeit schloss er seine Hütte auf. Er hatte das Gefühl, dass sein Kopf glühte und seine Augen von innen aus ihren Höhlen gedrückt wurden. Irgendetwas drehte sich. Ja, es war seine Hütte, die Tür, das Schloss. Und sein Rechner war wieder angeschaltet! "Hi Joker! Schläfst du schon?", stand auf dem Bildschirm. Es war das GRID-Programm. (Seite 124)

Rezension:
Die Hauptpersonen, um die sich "GRID alive" dreht sind der 16jährige Johannes Seitz, genannt Joker, ein Computer-Ass mit hohem IQ und seine Clique, bestehend aus Ljusja Heinrich, die heimlich in Joker verliebt ist, ihrer besten Freundin Anabell und Jokers bestem Freund Nils, der wiederum auf Anabell ein Auge geworfen hat. Der Beginn des Buches ist noch recht harmlos, es dreht sich sehr viel um Ljusjas Gefühle für Joker: Sie möchte gern mehr von ihm, doch er lebt nur für seinen Computer. Und auch Anabell hat einige Probleme mit ihrem Freund Robert, einem 21jährigen Studenten, der sehr überheblich und vereinnahmend ist.

Joker wiederum arbeitet an einem Projekt, das er "GRID" nennt. Eine KI, eine Künstliche Intelligenz, will er erschaffen und das scheint ihm auch recht gut zu gelingen. Er spannt seine Freunde in die Arbeit mit ein, sie sollen "GRID" Worte und deren Bedeutung beibringen. Doch schon bald scheint "GRID" ein unheimliches Eigenleben zu entwickeln, das den Freunden mehr und mehr Angst macht. Werden die Freunde es schaffen, "GRID" in die richtigen Bahnen zu lenken und seine eigenmächtigen, gefährlichen Aktionen zu stoppen?

Reinhold Ziegler ist mit "GRID alive" ein spannender Jugendthriller gelungen, der sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz auseinandersetzt und wie diese leicht außer Kontrolle geraten kann. Die Sprache ist der Zielgruppe angepasst und lässt sich flüssig und leicht lesen. Joker und seine Freunde sind recht unterschiedliche Charaktere, die jeder für sich eine interessante Hintergrundgeschichte haben und ihre Probleme und Sorgen des Heranwachsens sind sehr anschaulich geschildert.

Auch die Spannungsmomente, die sich, je weiter Joker sich mit "GRID" beschäftigt und ihm neue Sachen beibringt, häufen, sind sehr bildhaft geschildert. Die Aussage des Buches ist klar: Die heutige Technologie kann Segen und Fluch zugleich sein, wenn sie in falsche Hände gerät. Die Romantik kommt deswegen aber nicht zu kurz: Die Beziehung zwischen Ljusja und Joker ist für Jugendliche recht realistisch erzählt, ohne zu sehr auf Herzschmerz abzuzielen. "GRID alive" ist ein spannender Jugendthriller, nicht nur für Jungs.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist sehr dunkel gehalten. Man sieht einen Jungen mit einem Kapuzenshirt (Joker) vor seinem Computer mit mehreren Bildschirmen arbeiten, im Hintergrund angedeutet ist ein ungemachtes Bett. Der Autorenname und der Buchtitel wurden in Spotlackoptik hervorgehoben.

Fazit: Ein durchaus spannender Jugendthriller mit unterhaltsamen Charakteren, dem ich ein "Empfehlenswert" geben möchte.

Wertung: 4 von 5 Punkten

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2 Kommentare

  1. Hi Kerstin,
    vielen Dank für die tolle und vor allem informative Rezension :O)
    Das macht neugierig :O)
    LG Ela

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