Rezension: Martin Millar - Kalix. Werwölfin von London

1.10.10

Titel: Kalix. Werwölfin von London
Originaltitel: Lonely Werewolf Girl
Reihe: Kalix #1
Autor: Martin Millar
Genre: Urban Fantasy
Verlag: Fischer (Juni 2009)
ISBN: 9783596184965
Broschiert, 752 Seiten
Preis: 9,95 €
Leseprobe
(vielen Dank für die Bereitstellung an den Fischer-Verlag)

Kurzbeschreibung:
London: Werwölfin Kalix MacRinnalch streift allein durch die Stadt. Sie hat ihren Vater, den Anführer des Werwolfclans, attackiert - eine unverzeihliche Tat. Nun wird sie nicht nur von mörderischen Werwolfjägern verfolgt, sondern auch von ihren rachsüchtigen Verwandten. Kalix findet jedoch Unterschlupf bei Daniel und Moonglow. Diese werden dadurch in einen Konflikt hineingezogen, der vom schottischen Hochland bis nach London reicht - und noch ein paar Dimensionen weiter.
Denn die Werwölfe rüsten sich zum Krieg um die Führung es Clans, und Kalix steht im Zentrum des Geschehens...

Zum Autor:
Martin Millar wurde in Glasgow geboren und lebt seit vielen Jahren in London. Auf Deutsch erschien u.a. "Die Elfen von New York". Martin Millar wurde mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet. Er schreibt gerade an der Fortsetzung zu "Kalix".

"Ich habe einen neuen Tiefpunkt aus Kummer, Demütigung und Nutzlosigkeit erreicht", dachte Kalix. "So tief kann nicht mal Angst vordringen." (Seite 510)

Rezension:
"Kalix" besteht aus 236 mitunter sehr kurzen Kapiteln, die sich auf 752 Seiten erstrecken. Die Handlung beginnt sehr zügig, es werden binnen kurzer Zeit viele Personen vorgestellt, die ich erst einmal langsam ein- und zuordnen musste. Die Geschichte selbst wird in der 3. Person erzählt und es gibt viele einzelne Handlungsstränge und Perspektiven.

Da wäre zum einen die Hauptperson Kalix, eine junge Werwölfin, die aus ihrem Clan verstoßen wurde, weil sie ihren Vater, den Fürst der Werwölfe, angegriffen hat. Weitere Charaktere sind die Menschen Daniel und Moonglow, zwei Studenten, die Kalix bei sich aufnehmen. Dann wäre da noch Kalix' Cousine Dominil, die sich um die beiden Verwandten Beauty und Delicious, die eine Rockband gründen möchten, kümmert. Und zu guter Letzt Kalix' Schwester Thrix, eine angesagte Modeschöpferin und Zauberin, die stets neue tolle Outfits für die Feuerkönigin Malveria entwerfen muss.

Martin Millar schreibt einfach, klar und mit viel Humor. Besonders die Feuerkönigin Malveria und ihre "elende Nichte" Agrivex hatten es mir angetan. Die Spannung bleibt zwar etwas im Hintergrund, das ändert sich aber zum Ende des Buches hin. Als einen weiteren Pluspunkt empfand ich die Darstellung der Werwölfe, insbesondere Kalix: oftmals depressiv, alkohol- und/oder drogenabhängig, aber auf der anderen Seite sehr interessiert an der neuesten Technik und Mode. Das macht "Kalix" zu einer wirklich originellen Lektüre, die allerdings Geschmackssache sein dürfte.

Ein Manko, das ich erwähnen möchte, ist, dass mir das Buch mit seinen 752 Seiten etwas zu lang war. Es treten einige Wiederholungen auf, die man getrost hätte weg lassen können. Zwar fand ich die Feuerkönigin Malveria sehr erfrischend, aber ihr manchmal doch etwas nerviges Genörgel, was neue Kleidung angeht, war an einigen Stellen zuviel des Guten.

Zur Gestaltung des Buchs: Das dunkel gehaltene Cover zeigt das Gesicht einer jungen Frau, die als Kalix interpretiert werden könnte und die Rückseite ziert die Silhouette Londons in einer Art Scherenschnittoptik. Kleiner Störfaktor: Da "Kalix" ein recht dickes Taschenbuch ist, konnte ein Leseknick im Buchrücken nicht vermieden werden.

Fazit: Wer über Werwölfe der etwas anderen Art lesen möchte und sich nicht daran stört, dass nicht nur Spannung sondern vor allem auch viel Humor in diesem Buch zu finden ist, ist mit "Kalix" gut bedient. Ich vergebe ein "Empfehlenswert".

Wertung: 4 von 5 Punkten

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