Rezension: Lev Grossman - Fillory. Die Zauberer

8.9.10

Titel: Fillory. Die Zauberer
Originaltitel: The Magicians. A Novel
Reihe: The Magicians #1
Autor: Lev Grossman
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: FJB (September 2010)
ISBN:
9783841421005
Gebunden, 624 Seiten
Preis: 19,95 €
Leseprobe

Website zum Buch
(vielen Dank für die Bereitstellung an den Fischer-Verlag)

Kurzbeschreibung:
Der hochintelligente Einzelgänger Quentin Coldwater steht kurz vor dem Abschluss der Highschool. Vor der Langeweile des Alltags flüchtet er sich am liebsten in die fantastischen Romane, die in einem magischen Land, in Fillory, spielen. Natürlich ist Quentin davon überzeugt, dass es Zauberei in der realen Welt nicht gibt bis er sich unerwartet an einem geheimen, sehr exklusiven College außerhalb von New York wiederfindet.
Gerade noch ist er durch das winterliche Brooklyn gelaufen, als er plötzlich auf dem idyllischen Gelände des Brakebills-Colleges für Magische Pädagogik in der prallen Sommersonne steht. Als Quentin begreift, was mit ihm geschehen ist, ist er bereit, die ihm gebotene Chance zu ergreifen. Er beginnt, moderne Zauberei zu studieren und er genießt das Collegeleben: Freundschaft, Liebe und Sex.
Aber irgendetwas fehlt. Obwohl er eine Macht gewinnt, von der er niemals zu träumen gewagt hätte, ist er nicht wirklich glücklich. Da machen er und seine Freunde eine atemberaubende Entdeckung: Das magische Land Fillory gibt es tatsächlich, aber es ist weitaus düsterer und bedrohlicher als Quentin es sich je vorgestellt hatte. Sie begeben sich auf eine gefährliche Reise...

Zum Autor:
Lev Grossman wurde 1969 in Boston geboren. Er studierte Literatur an der Universität von Yale. Seit 2002 schreibt er für das TIME Magazine. Lev Grossman lebt heute in Brooklyn. Sein erster Roman "Die Macht des Codex" wurde weltweit zu einem großen Bestseller.

Schritte in der Dunkelheit. Jemand kam auf ihn zu. Die Hände der Gestalt glommen, erleuchtet von einem Lichtzauber. Erschöpft begann Quentin erneut mit einem Raketenzauber, bis er erkannte, dass es nur Eliot war. Er nahm die Hände herunter und sank zu Boden. (Seite 525)

Rezension:
Quentin Coldwater ist 17 Jahre alt und hochintelligent. Er ist zu einem Aufnahmegespräch für die Universität in Princeton eingeladen, doch dieses Gespräch wird nie stattfinden. Mit einem Mal findet er sich am geheimen Brakebills College wieder und bevor er weiß, was eigentlich genau mit ihm geschieht, hat er dort bereits die Einstellungstests bestanden. Die Schule entpuppt sich als eine Lehranstalt für Zauberei und Quentin weiß: Hier gehört er hin. Er besteht nach einigen Jahren das harte Studium und entdeckt sogar einen Zugang zum Land Fillory, das er eigentlich nur aus seinen Lieblingsbüchern kennt, das aber nicht das schöne, verträumte und bezaubernde Land ist, wie er immer gedacht hat...

Leider konnte "Fillory" nicht das halten, was ich mir von dem Buch versprochen hatte. Hatte ich noch anfangs angenommen, es handelt sich hier um eine Art Harry Potter für ältere Leser, gestaltete es sich zu einer Mischung aus eben diesem und auch an die Chroniken von Narnia fühlte ich mich stark erinnert. Aber nicht im positiven Sinne.

Von der Grundidee ist das Buch wirklich interessant, nur konnte ich überhaupt keinen Bezug zu den einzelnen Personen herstellen, da diese auffallend blass erscheinen. Einfache und recht flüssige Abschnitte verwandeln sich auf einmal in recht komplexe Sätze, die fehl am Platz wirken und für ein Jugendbuch ab 14 Jahren nicht sehr zuträglich sind.

Die Spannung wird dem Leser genommen, indem man die Studierenden nur beim Lernen beobachtet und mehrere Monate des Geschehens einfach übersprungen werden. Erst auf den letzten 200 Seiten konnte das Buch deutlich an Fahrt aufnehmen und mehr überzeugen. Doch dies täuscht leider nicht über die Zwei Drittel relative Langeweile des Buches hinweg. Sehr gestört haben mich auch die exzessiven Saufgelage der Studenten, die sich auch noch mit Sex und Drogen die Zeit vertreiben müssen.

Soweit ich richtig informiert bin, ist eine Trilogie von "Fillory" geplant. Der zweite Band "The Magician King" soll im Original im Herbst 2011 erscheinen. Dieses Buch werde ich aber wohl nicht mehr lesen wollen.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist gelungen und geheimnisvoll gestaltet, der Klappentext verspricht einiges, sodass der potentielle Leser sehr davon angesprochen wird. Edel gestaltetist auch das Wappen des Brakebills College, eine Biene und ein Schlüssel, in Gold, das sich auf dem Buchdeckel befindet und die farbigen, wie von Hand gemalten Karten von Fillory auf den Vorsatzblättern des Buches.

Fazit: Leider kann ich das Buch aus meiner Sicht nicht weiterempfehlen - was noch recht spannend anfing, strotzte später nur so vor langweiligen Begebenheiten und manchmal sehr unglaubwürdigen Handlungsweisen der Hauptpersonen. Schade!

Wertung: 1 von 5 Punkten

“post

3 Kommentare

  1. Aha. Da ich das Gefühl habe, dass du selten die Bücher so richtig schlecht bewertest (meistens kannst du einem Roman dann doch noch etwas positives abgewinnen, zumindest ist das mein Eindruck), muss das Buch richtig grottig sein. Bei mir zu Hause liegt es ebenfalls und von außen sieht es recht nett aus. Aber ich schätze, ich lasse lieber meine Finger davon.
    Das Zitat mit dem Raketenzauber liest sich auch ... irgendwie komisch. Da entstand ein sehr skurriles Bild vor mir.

    Liebe Grüße,
    Olga

    AntwortenLöschen
  2. Ich hab erst gestern nach dem Buch beim Fischer Verlag gefragt. Mal sehen, wie ich es finden werde (wenn sich der Fischerverlag denn mal melden würde *g)

    AntwortenLöschen
  3. @Olga: Dein Eindruck trügt dich nicht. Ich vergebe wirklich nicht oft nur 1 Punkt, das gab es zuletzt bei Aprilynne Pikes "Elfenkuss". Wie du sagst, versuche ich jedem Buch auch das für mich Positive zu entnehmen. Aber leider konnte "Fillory" mich diesbezüglich nicht vom Hocker reißen. Hier noch ein Zitat aus dem Buch, welches ich noch "schlimmer" fand:

    "Der Titel brachte so gut wie keine offiziellen Pflichten mit sich; in erster Linie war es nur eine weitere, infantilisierende Einrichtung des englischen Schulsystems, ein Symptom jener Anglophilie, die so tief in der institutionellen DNA von Brakebills verwurzelt war."

    @kleinbrina: Ich freue mich definitiv auf deine Meinung und bin/bleibe gespannt :)

    AntwortenLöschen

Beliebte Beiträge

Instagram