Rezension: Iny Lorentz - Dezembersturm

31.8.10

Titel: Dezembersturm
Autorin: Iny Lorentz
Genre: Historischer Roman
Verlag: Droemer/Knaur (Oktober 2009)
ISBN:
9783426504055
Broschiert, 540 Seiten
Preis: 9,95 €

Leseprobe

Kurzbeschreibung:
Ostpreußen 1875: Die junge Lore lebt nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Großvater Nikolaus von Trettin. Lore hält diesen für verarmt und ahnt nicht, dass er sein Geld beiseitegeschafft hat, um es ihr nach seinem Tod zu vererben - sehr zum Ärger seines Neffen, der nur einen Gedanken hat: Er muss die Rivalin aus dem Weg schaffen.
Um sie zu retten, schmiedet Nikolaus einen tollkühnen Plan: Lore soll nach Amerika auswandern und so ihrem geldgierigen Verwandten entkommen. Doch auf ihrer Reise in die Neue Welt lauern viele Gefahren auf das junge Mädchen...

Zur Autorin:
Hinter dem Namen Iny Lorentz verbirgt sich ein Münchner Autorenpaar, dessen erster historischer Roman "Die Kastratin" die Leser auf Anhieb begeisterte. "Die Wanderhure" wurde zu einem Millionenerfolg. Seither folgt Bestseller auf Bestseller, die Iny Lorentz zur erfolgreichsten deutschen Autorin im Bereich historische Unterhaltung machten und in zahlreiche Länder verkauft wurden.

Am liebsten wäre sie ihm nachgerannt, um ihm zu sagen, dass Ruppert in der Nähe war. Er selbst würde Natis Vetter aufgrund der Beschreibung, die sie ihm in London gegeben hatte, mit Sicherheit nicht erkennen. Gleichzeitig hatte sie das unangenehme Gefühl, selbst beobachtet zu werden, und das wich auch nicht, als sie unter Deck gingen, um ihre Kabinen zu beziehen. (Seite 408)

Rezension:
Wie es bei Iny Lorentz-Romanen so üblich ist, geht es in diesem Buch mal wieder um ein junges Mädchen, das sich durch Intrigen und Verrat der eigenen Verwandtschaft auf sich selbst gestellt durchs Leben schlagen muss und einige Höhen und vor allem Tiefen zu meistern hat.

Da "Dezembersturm" nicht mein erstes Buch von Iny Lorentz war, bin ich mit relativ niedrigen Erwartungen in die Geschichte eingetaucht: Eine unterhaltsame Geschichte, die sich gut für einen regnerischen Sonntagnachmittag eignet und bei der man nicht unbedingt viel denken muss (was nicht negativ gemeint ist!).

Und genau das wurde auch geboten: Es kommen sehr viele Charaktere daher, die man mithilfe eines Personenregisters am Ende des Buches auseinanderhalten kann. Leider bestechen diese nicht unbedingt durch Tiefe, sie sind allesamt recht blass gehalten, einzig, wer gut und wer böse ist, wird auf den ersten Blick leicht erkennbar.

Als unsympathischste Person im Buch wird mir die kleine Komtess Nathalia in Erinnerung bleiben. Diese nervt von Seite zu Seite mehr durch ihre Arroganz, altkluges Gerede und ihre Sucht nach Aufmerksamkeit, sodass man diesem Kind wirklich nichts Nettes abgewinnen kann.

Sehr bedauert habe ich, dass die Hauptperson Lore nach Amerika auswandern sollte, aber dort nie angekommen ist. Es hätte meines Erachtens interessant werden können, wie Lore in der Neuen Welt ihren Weg findet, doch dieser Weg bleibt dem Leser leider versperrt.

Alles in allem ist "Dezembersturm" eine leichte Lektüre für einen herbstlichen Nachmittag und leider auch nicht mehr und ich hoffe, dass Iny Lorentz mit der Fortsetzung "Aprilgewitter" etwas mehr Spannung und Tiefe gelungen ist.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover passt sehr gut zur Zeit, in der dieser Roman spielt: Man sieht ein junges Mädchen (Lore), im Hintergrund die Andeutung eines Wintertages.

Fazit: Sehr dick aufgetragen mit zu vielen Unglücksmomenten - Lore ist wirklich nicht zu beneiden und ich hoffe für sie, dass sie in "Aprilgewitter" nicht noch Schlimmeres ertragen muss. Iny Lorentz hat schon Besseres aufs Papier gebracht!

Wertung: 2 von 5 Punkten

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