Rezension: Jennifer Brown - Die Hassliste

28.7.10

Titel: Die Hassliste
Originaltitel: The Hate List
Autorin: Jennifer Brown
Genre: Jugendbuch (ab 14)
Verlag: dtv (August 2010, bereits erschienen)
ISBN:
9783423760034
Gebunden, 456 Seiten
Preis: 14,95 €

(vielen Dank für die Bereitstellung an den dtv-Verlag)

Kurzbeschreibung:
Valerie ist sechzehn, als ihre Welt zusammenbricht. In der Schul-Cafeteria eröffnet ihr Freund Nick das Feuer auf seine Mitschüler. Er tötet sechs Menschen und verletzt zahllose andere. Valerie selbst wirft sich vor eine Schülerin und wird dabei schwer getroffen. Doch hinterher wird sie keinesfalls als Heldin betrachtet, sondern als Mittäterin. Gemeinsam mit Nick hatte sie die Hassliste geführt, auf der die Namen aller Opfer standen. Für Valerie war es ein Spiel gewesen, ein Ritual, das sie mit Nick verband. Ohne zu merken, dass es für ihn offenbar viel mehr war…

Zur Autorin:
Jennifer Brown wurde in Kansas City geboren und lebt dort heute mit ihrem Mann, drei Kindern sowie einigen Hunden und Katzen. Wenn sie nicht über ernsthafte Themen schreibt, arbeitet sie als Zeitungskolumnistin. Für ihre humoristischen Beiträge wurde die Autorin schon mehrfach ausgezeichnet. "Die Hassliste" ist ihr Romandebüt.

Am liebsten hätte ich sie wütend angefunkelt und ihr ins Gesicht gesagt, was meine Erfahrung mit dem Glück war: Dass man nie weiß, wann es sich in Entsetzen verwandelt. Dass es nichts ist, was bleibt. (Seite 125)

Rezension:
Äußerst schwer verdauliche Kost setzt Jennifer Brown dem Leser mit ihrem Debütroman "Die Hassliste" vor: Es geht um den Amoklauf an einer amerikanischen Highschool und wie Valerie Leftman, die Freundin des Amokläufers Nick Levil, der sich nach seiner Tat selbst richtete, versucht, wieder zurück in ein normales Leben zu finden.

Die Auslöser der Tat, die Suche nach dem "Warum?" und Valeries langsame Rekonvaleszenz und die Reaktionen anderer Schüler auf sie selbst werden von Jennifer Brown in einer klaren Sprache ohne großartige Ausschmückungen beschrieben als wäre man selbst an Valeries Seite.

Mit diesem Buch wird dem Leser vor Augen geführt, wie schnell Opfer zu Tätern oder aber auch Täter zu Opfern werden können. Da das Thema Amoklauf an einer Schule leider bereits einige reale Beispiele hervorgebracht hat, würde ich Jennifer Browns "Die Hassliste" auch gerne als Schullektüre empfehlen wollen, da es nicht nur die Opferseite beleuchtet, sondern auch einen Einblick in die Sichtweise von Nick und Valerie verschafft.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover zeigt ein grob gezeichnetes Mädchenprofil in schwarz und rot mit einer Träne unter dem rechten Auge, ausgestattet mit einem Lesebändchen.

Fazit: Aufwühlend, beängstigend und realitätsnah - Jennifer Browns Debüt zeigt, wie schnell Opfer zu Tätern und umgekehrt werden können.

Wertung: 5 von 5 Punkten

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2 Kommentare

  1. Hey! Ich fand das Buch auch toll! Und es als Schullektüre zu lesen, ist eine super Idee - Die könnten einfach eines der vielen langweiligen Bücher vom Lehrplan streichen und das reinnehmen :)

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  2. Das meine ich auch, da wäre Schullektüre wenigstens für etwas gut :)

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