Rezension: Will Gatti - Diebe!

25.5.10

Titel: Diebe!
Originaltitel: Two Good Thieves
Autor: Will Gatti
Genre: Jugendbuch
Verlag: Beltz (März 2010)
ISBN:
9783407810588
Gebunden, 413 Seiten
Preis: 16,95 €

Autorenwebsite
(vielen Dank an den Beltz-Verlag)

Kurzbeschreibung:
Die Straßendiebe Demi und Baz können ihr Glück kaum fassen: Sie haben zufällig einen kostbaren Ring erbeutet. Mit diesem Schatz könnten sie ein neues Leben beginnen, fernab des Vorstadtslums, in dem sie hausen.
Ein dummer Zufall, dass der Ring ausgerechnet der Frau eines der mächtigsten Männer der Stadt gehört. Plötzlich stehen Baz und Demi zwischen den Fronten einer korrupten Polizei und der brutalen Schläger des Slums.
Von allen Seiten in die Enge getrieben, merken die beiden nicht, dass ihr größter Feind ihnen bereits ganz nah ist. Und er zeigt sein wahres Gesicht erst, als es fast zu spät ist...

Zum Autor:
Will Gatti, geboren 1949 in London, arbeitete in vielen Berufen - u. a. als Lagerarbeiter auf den Docks von Bordeaux, als Dekorateur, Lkw-Fahrer und Lektor für Kinderbücher - bevor er Englischlehrer an einem Gymnasium in Surrey wurde. "Diebe!" ist sein drittes Jugendbuch.

Alle werden sehen, wer und was sie ist - sie könnte genauso gut ein Schild mit der Aufschrift "Diebin" vor dem Bauch tragen. Sie kommt aus dem Barrio, das lässt sich nicht wegwaschen, schon gar nicht hier. Die Uniformträger wissen sofort Bescheid, sie können einen riechen. (Seite 266)

Rezension:
Will Gatti erzählt in seinem Jugendroman "Diebe!" die Geschichte von Demi und Baz, zwei Kindern, die in den Slums einer südamerikanischen Großstadt, dem Barrio, leben. Durch Gattis kurz gehaltene Sätze und den klaren Schreibstil fühlt sich der Leser regelrecht als Teil dieser Welt.

Sehr ausschweifend wird das Leben im Barrio geschildert mit all seiner Armut und Trostlosigkeit, der Roman lebt quasi davon. Den Leser erwartet eine Welt aus Erpressung, Machtkampf und den täglichen Kampf ums Überleben selbst. Und auch die Spannung kommt nicht zu kurz und steigert sich kontinuierlich bis zum Ende hin.

Etwas gestört hat mich anfangs der Slang, mit dem die wörtliche Rede einhergeht. Aus "haben" wird "ham", aus "sind Sie" "sindse". Aber das legte sich, je mehr ich in die Geschichte eintauchte und trägt letztendlich auch zur Glaubwürdigkeit der Figuren bei.

Ich möchte das Buch denjenigen Lesern empfehlen, die einen ernsthaften, spannungsgeladenen und auch nachdenklich stimmenden Jugendroman suchen.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist vornehmlich in Gelb gehalten, mit zwei Schatten von Kindern, die davonrennen, was sehr gut zur Geschichte von Baz und Demi passt.

Fazit: Ein Jugendbuch abseits des momentanen "Mainstreams", das den Leser atemlos zurücklässt, so als wäre man selbst Teil der Welt des Barrios.

Wertung: 4 von 5 Punkten

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2 Kommentare

  1. An manchen Stellen fand ich das Buch zu beklemmend, brauchte dann eine Pause.

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  2. ich gebe dir Recht, an manchen Stellen ist das Buch wirklich harter Tobak.

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